Ratgeber & Diagnose

Warum ist die Wand feucht?

80–90% der Feuchteschäden haben physikalische Ursachen. Lernen Sie die Unterschiede zwischen Kapillarität, Kondensation und Druckwasser.

Die 3 Hauptursachen

Bevor Sie sanieren, müssen Sie wissen, woher das Wasser kommt. Eine falsche Diagnose (z.B. Abdichtung gegen Grundwasser, obwohl es Kondenswasser ist) kostet Tausende Euro ohne Nutzen.

1. Aufsteigende Feuchtigkeit (Kapillarität)

Betrifft meist Altbauten ohne Horizontalsperre. Das Mauerwerk saugt Wasser aus dem Erdreich wie ein Schwamm nach oben.

  • Erkennungszeichen: Feuchte bis ca. 1m Höhe, wellenförmiger Rand, Salzausblühungen (Salpeter).
  • Lösung: Nachträgliche Horizontalsperre (Injektion oder Sägeverfahren).

2. Kondensationsfeuchte

Oft fälschlicherweise für undichte Wände gehalten. Warme Raumluft trifft auf kalte Kellerwände und kondensiert.

  • Erkennungszeichen: Oberflächlicher Schimmel, oft im Sommer ("Sommerkondensation"), Fenster beschlagen.
  • Lösung: Lüftungskonzept, Innendämmung (Klimaplatten).

3. Seitlich eindringendes Wasser

Hier drückt Wasser (Hangwasser oder Grundwasser) gegen das Mauerwerk, weil die vertikale Außenabdichtung defekt ist.

  • Erkennungszeichen: Pfützenbildung, Wasser läuft flächig durch die Wand, oft nach Regen stärker.
  • Lösung: Außenabdichtung (Aufgraben) oder Innenabdichtung (Negativabdichtung).

Visueller Vergleich

Aufsteigend Feuchte nimmt nach oben hin ab. Klare Grenze sichtbar.
Kondensation Feuchte oft in Ecken (Wärmebrücken) und hinter Schränken.

Achtung: Salpeter

Weiße, kristalline Ausblühungen sind Salze (Nitrate), die mit dem Wasser aus dem Boden transportiert wurden. Sie zerstören den Putz durch Kristallisationsdruck.